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Dark UX Pattern Analyse

Instagram – Dark UX Patterns

Wie zu erwarten, sind wir bei unserer Recherche der sozialen Plattform Instagram auf zahlreiche kleine Fallen und Manipulationstaktiken gestoßen, mit denen wir bei Laune und vor allem als Mitglied gehalten werden.

Instagram und seine Tücken

Die Anmeldung

Instagram bietet keine Auswahl zur Bestätigung des Accounts. Den Bestätigungscode kann man nur über eine Telefonnummer bekommen. Es wird nicht darüber informiert, ob Instagram die Handynummer speichert.

PRIVACY ZUCKERING
Nach der Anmeldung sehen wir auf unserem Profil folgende „Auswahlmöglichkeiten“:

Keine dieser Möglichkeiten ist zwingend notwenig um Instagram zu nutzen.

Doch macht es den Anschein, als wären das die einzigen und grundlegenden

Schritte um seinen Account richtig einzurichten.

Hier wird der Versuch gestartet unsere sensiblen Daten Preis zu geben.

DISGUISED ADDS
Dieses Dark Pattern ist weit verbreitet und meist schnell zu identifizieren. Allerdings ist es nicht zu unterschätzten! Durch personalisierten Content in routinierten Prozessen (z.B. dem Scrollen durch den Feed) und guter Verkleidung, verführt es uns schneller als man meinen mag.

! Mit jedem Klick auf eine Werbeanzeige erhält Instagram präzise Informationen über uns, was wir mögen und wofür wir uns interessieren. So wird es möglich ein genaues Bild von uns zu kreieren und mit noch personalisierteren Angeboten unser Konsumverhalten zu beeinflussen.

DISGUISED ADDS/ INFLUENCER-MARKETING
Hier werben Instagram-Nutzer, Produkte oder Inhalte als Werbe- oder Sponsoringform und machen sie schmackhaft für Ihre Follower. Knackpunkt hierbei ist, obwohl es mittlerweile die Regelung gibt, Werbeanzeigen zu deklarieren, (Was oftmals in kleinster Schriftgröße, weiße Schrift auf hellem Hintergrund oder hinter dem Nutzernamen versteckt) werden Nutzer hierbei möglicherweise getäuscht und gehen von einer echten Empfehlung aus.

Auch Rabattcodes die von Influencern angeboten werden, bindet Nutzer an die App.

REWARD SYSTEM
Durch Erfolgserlebnisse, die das Selbstwertgefühl steigern und verschiedenen Funktionen, welche nur durch eine aktive Nutzung freigeschaltet werden können werden wir auf mehreren Ebenen getriggert die App aktiv zu nutzen. Dieses System ähnelt schon fast einem Computerspiel, in dem man durch die aktive Nutzung verschiedene Level aufsteigen kann.

Für einen blauen Haken braucht man eine gewisse Reichweite. Dieser kennzeichnet so etwas wie einen „Promi-Status“.

Die Anzahl der Follower definiert unseren „Beliebtheitsgrad“. Hier gilt aktivere Nutzung führt zu mehr Followern. Durch viele Likes und Kommentare wird unser Selbstwertgefühl gesteigert und unser Belohnungszentrum im Gehirn aktiviert welches das Glückshormon Dopamin ausschüttet.

Push-Benachrichtigungen: Fast 600 Millionen Menschen bietet Instagram mittlerweile soziale Belohnung. In diesem Beispiel versuchen kleine rote unübersehbare Push-Benachrichtigungen (fast schon Warnungen) unsere Aufmerksamkeit zu erlangen. Wir werden ständig über die Anzahl neuer Nachrichten, meist noch zusätzlich von einem Ton, aktualisiert. Ziel ist es, unsere Aufmerksamkeit zu bekommen und den Nutzer zurück in die App zu holen.

Sprachbarriere
Falls man ein bisschen tiefer in die Materie von Instagram eintauchen möchte und beispielsweise seine Privatsphäre-Einstellungen genauer unter die Lupe nehmen möchte, wird es einem schwer gemacht.

Beim Anklicken eines Links mit genaueren Informationen wird man auf eine neue Seite geleitet, die nur noch auf englisch verfügbar ist. Nicht alle können (gut) Englisch und für viele ist es ein Hindernis sich hier genau zu informieren, wie die Privatsphäre geschützt werden kann.

& more

Fomo
Durch das automatische Löschen von Stories nach 24 Stunden, wird in uns die „Fear of missing out“ getriggert. Damit wir nicht verpassen was unsere Abonnierten Channels und Freunde machen, werden wir motiviert regelmäßig die Stories zu checken.

Endless scrolling
Beim Scrollen durch unseren Feed, können wir eine unendliche Liste an Ereignissen einsehen, ohne wirklich interagieren zu müssen. Dadurch das uns kein Endpunkt gesetzt wird, in dem wir uns bewusst entscheiden auf die nächste Seite zu wechseln, scrollen wir oft Stunden weiter.

Autoplay
Beim Scrollen durch unseren Feed, können wir eine unendliche Liste an Ereignissen einsehen, ohne wirklich interagieren zu müssen. Dadurch das uns kein Endpunkt gesetzt wird, in dem wir uns bewusst entscheiden auf die nächste Seite zu wechseln, scrollen wir oft Stunden weiter.

Videoschleife
(Instagram-Storys): Nachdem eine Story vorbei ist, wird automatisch die nächste abgespielt. Hierdurch verweilen wir tendenziell länger in der App.

Full-to-refresh
(Ständig aktualisierende Timeline):
Instagram bietet uns durch eine ständig aktualisierende Timeline alle paar Minuten oder auch Sekunden neuste Feeds an.

Die Löschung des Accounts

Deaktivierung statt Löschung

ROACH MOTEL
Bei dem Versuch unseren Account zu löschen stießen wir nur auf die Funktion „Account vorläufig deaktivieren“. Wie man den Account vollständig löschen kann, ist schwer zu finden.

MISDIRECTION
Wir werden intuitiv dazu geleitet unseren Account nur vorläufig zu deaktivieren anstatt ihn dauerhaft zu löschen.

CONFIRMSHAMING
Beim Bestätigen der Deaktivierung stoßen wir auf abschreckende Formulierungen. Ein mehrfaches Bestätigen ist notwendig.

Zweiter Versuch:
Löschen des Accounts

ROACH MOTEL – MISDIRECTION – CONFIRMSHAMING
Bei der Löschung des Accounts stößt man auf viele Dark Patterns. Das Schwierigste war es die Löschungsoption zu finden. Bis zum letzten Schritt verweist Instagram immer wieder auf die Option den Account nur zu deaktivieren, anstatt ihn zu löschen.

Um den Instagram Account vollständig zu löschen muss man auf der Seite zum Deaktivieren unten auf Hilfe klicken.

Im Hilfebereich findet man unter dem Punkt „Dein Konto verwalten“ die Anleitung zum Löschen des Kontos.

Um den Account zu löschen muss man einen Grund angeben und das Passwort eingeben. Es folgt ein Hinweis, dass alle Daten für immer gelöscht werden und der Benutzername verloren geht. Der rote Button „Mein Konto dauerhaft löschen“ signalisiert durch seine Warnfarbe, dass man ihn nicht anklicken sollte.

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